Chronik


WBC-Duisburg

  

 

 

 

„Welch ein Duft – Walsumer Luft“

 

Die Jahre 2001 bis 2010 des WBC Duisburg.

 

Theo Gerritzen (Senior) und sein Sohn Theo sind die Gründer des Walsumer Box Club (WBC) und stehen noch voll im Vereinsleben. Sohn Theo ist jetzt 1.Vorsitzender und noch Trainer, der aber den deutschen Ex-Jugendmeister von 1985, Detlef Meyer, für die Ausbildung der Faustkämpfer als Trainer vorbereitet. Meyer macht seine Prüfung und amtiert im Driesenbusch. Sascha Zirbes wird westdeutscher Meister und kann an der DM teilnehmen. Gegen den heutigen Profimeister Sebastian Zbik verliert er knapp nach Punkten. Ibo Alpaslan, int. deutscher Meister der Profis, hängt seine Handschuhe an den Nagel und beteiligt sich am Trainingsablauf des WBC. Später gründet er im benachbarten Dinslaken Lohberg seinen RWS, bleibt aber in Verbindung mit dem WBC. Geschäftsführer ist jetzt der Walsumer Bergwerksbetriebsrat Uwe Wandelt, der die Niederrhein-Meisterschaft an den Driesenbusch holt. Sie wird ein Erfolg. Zirbes wird Meister. Immer mehr Senioren finden den Weg zum WBC, man will eine Seniorenmannschaft mit Bottrop und Kamp-Lintfort aufstellen. Leider scheiterte die Sache wegen zu großen Unstimmigkeiten der finanziellen Seiten.

Wieder wird ein Walsumer, diesmal Simon Kotz, Niederrhein-Meister und Ibo Karsli tauscht die Kampf- mit der Kampfrichterkleidung. Er wird später sogar bei der DM tätig. Welch eine Aufregung am Sonntag, 25.03. im Driesenbusch. Die Cameo Film- und Fernsehproduktion unter Leitung des erfahrenen Sportredakteurs Uwe Uhlmann macht ein Casting. Nazif Kurteschi, Sascha Zirbes, Mehmet Keskin, Simon Kotz und Baris Sawas vom WBC und noch weitere 40 Athleten vom Niederrhein stellen sich zu den Filmtests. Bei der Jahreshauptversammlung wird Theo Gerritzen als 1.Vorsitzender bestätigt, Bernhard Kordowski wird sein Vertreter. Wie vielseitig der WBC Duisburg ist, geht aus der Tatsache hervor, man veranstaltet in der Stadthalle ein Benefizkonzert zu Gunsten der Deutschen Parkinson Vereinigung (DPV).

Aus der Vereinskasse, die gut gefüllt ist, werden 500.- DM und von Kordowski

300.- DM für diese Aktion gespendet.

Frau Angelika Haring leitet liebevoll die Frauengruppe. Beim NABV-Finale stellten sich auch die einstigen deutschen Meister, die aus dem WBC kamen, im Driesenbusch  vor: Horst Benedens, Gerd Plotzke und Detlef Meyer. Als Ringarzt fungiert jetzt der Walsumer Orthopäde Dr. Dahhan. Als Vereinslokal dient auf der Bahnhofstraße „Zur Einigkeit“, wo auch das Jahr mit einer Weihnachtsfeier, verbunden mit Ehrungen, abgeschlossen wird.

 

Das Jahr 2002 bringt wieder einen wichtigen Zugang: der jugoslawische Meister im Leichtgewicht ist nach Duisburg gewechselt und schließt sich dem WBC an. Seine weitere Station war dann die Bundesliga, die für ihn in Hamm offene Türen hatte. Mit Dr. Zohar Al-Tahan aus Voerde haben wir einen zweiten Ringarzt am Driesenbusch gewonnen. Mit der Duisburger Stadtmeisterschaft beendet der WBC sein aktives Jahr am 12. und 13. Oktober 2002. Hier feiert Theo, wenn auch verspätet, seinen 65.ten. Statt Stopp hätten die Ringrichter am 1. und 2. März 2003 auch „Helau“ sagen können, aber unsere Satzungen lassen Abweichungen auch an Karnevalstagen nicht zu. Trotzdem  hatte sich der Driesenbusch festlich präsentiert bei der Niederrhein-Meisterschaft. Patrick Höllering sicherte sich den Titel, unser Favorit Ruslan Tschergisov scheiterte.

„Ein Herz für den Sport“ bekam im Rathaus Duisburg Theo Gerritzen für seine jahrelange und ehrenamtliche Tätigkeit durch Frau Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling., am 17. März. Immer wieder wird der Vorstand und die anderen Tätigkeiten erweitert, bzw. verändert. So kommt jetzt Daniel Bungert als Trainer zum Driesenbusch und Wolfgang Bachmann nimmt sich zusätzlich dem Jugendaufbau und der Gerätschaft an. Auch der frühere Vize-Meister Rüdiger Gonschorek beteiligt sich am Training, ebenso Laszlo Vadon, der auch mit der Jugend über Pfingsten ein Trainingslager in Lindlar festmacht und produktive Arbeit leistet. Das Jahr 2004 beginnt in Walsum mit der Bezirksmeisterschaft. Hier dominieren jetzt die hohen Favoriten Ugur Bicer und die Gebrüder Ruslan und Baisur Tschergisov. Ihnen ist der Titel nicht zu nehmen. „Großkampftag im Driesenbusch – Tanz der fliegenden Meisterhände“! Der WBC Duisburg richtet die Westdeutsche Meisterschaft, die letzte Station vor der DM, aus. Hier boxen neben den Duisburgern Salih Yildirim und Kamil Golebiowski z.B. der sechsfache Deutsche Junioren-Meister, jetzt Senior, Sascha Fälber aus Troisdorf, sowie der polnische Nationalstaffelboxer Markus Tomalla vom Sportring Garath. Sie boxen in der 1. Bundesliga für Land Mecklenburg, sind ungeschlagen. Auch hier nehmen sie den Titel mit den Titel für Duisburg holt Yildirim.

Hausmeister Frank Müller sorgt wie immer auch 2005 für eine mustergültige Halle.

Alle Voraussetzung ist dadurch gegeben und wird auch wohlwollend auf Verbandsebene für weitere Veranstaltungen wahrgenommen. Wie hoch im Kurs der Ruf des WBC Duisburg steht, geht aus der Tatsache hervor, dass Professor Dr.Dr. Güntürkün von der Ruhr-Universität Bochum für seine Studienarbeiten „Kampfsport zum Agressionsabbau“ die Kämpfe in Walsum besucht. Er wurde tatkräftig durch den erfahrenen Vorstand unterstützt, bedankte sich sehr herzlich. Für seine mustergültige Tätigkeit als Jugendleiter und Kampfrichter, wird der 35jährige ehrenamtliche Mitarbeiter beim WBC und Betriebsrat beim Bergwerk Walsum. Seyit Cakir, mit der Goldenen Ehrennadel des Niederrheinischen Amateur-Box-Verband geehrt. Er arbeitet sich in die Vereinsleitung vor, denn Theo Gerritzen erkrankt plötzlich.

Die sehr soziale Einstellung des WBC-Vorstandes zeigt sich wieder einmal ganz herzlich. Bei der Ausrichtung der Duisburger Stadtmeisterschaft 2006 geht der Reinerlös an den 17jährigen Walsumer Jungen Alexander Meier. Durch Spenden vom Bezirk, dem Betriebsrat Schacht Walsum und dem befreundeten PSV Duisburg kommt eine Summe von 650.-DM zusammen, die Bezirksvorsteher Heinz Plückelmann "absegnet"!

Alle Teilnehmer an dieser Aktion bekamen eine schöne Erinnerungsurkunde der guten Tat!

2007 beginnt wieder mit einem Event im Driesenbusch: Niederrhein-Meisterschaft.

Hier zu siegen ist der erste Weg zur "Deutschen". Der WBC wird als erstklassiger Ausrichter von den drei Sportwarten Mittelrhein, Westfalen und Niederrhein, gelobt.

2007 zeigt aber auch die Schattenseiten eines WBC Duisburg auf.

Hatte noch am 19.April auf der Vorstandssitzung Theo Gerritzen, der schwer erkrankt war, einer Überalterung des Vorstandes zugestimmt und schon für die nächste Wahlperiode sich Seyit Cakir als seinen Nachfolger gewünscht, so trat zum Riesenschrecken ein, was man in, ja man kann sagen in NRW, nicht vorstellen konnte: Theo Gerritzen stirbt am 11.September im Alter von fast 70 Jahren. Hier wurde eine Boxergeschichte zu Grabe getragen. Cakir übernimmt jetzt die Geschäfte, führt sie bis jetzt mustergültig.

Das Jahr 2008 beginnt in Walsum mit den Halbfinals der Niederrhein-Meisterschaft. Am Wochenende 1. und 2. März stellen sich die Athleten beider Bezirke in Walsum in den Ring. Hier wird in einer kurzen Ansprache noch einmal an Theo Gerritzen erinnert. Das Finale der westdeutschen Meisterschaft erwirbt der WBC Duisburg und richtet es im Mai 2008 aus. Hier ist der Jubel im Driesenbusch nicht zu überhören: Bünyamin Galici mit seinem Trainer Mehmet Kesgin wird Meister.

Welch ein Herz der WBC Duisburg auch für behinderte Menschen hat, geht aus der Tatsache hervor, dass Trainer Mehmet Kesgin sich ihrer annimmt. Auf eine Anfrage des Herrn Harald Birker, dem Sportbeauftragten der "Lebenshilfe für geistig Behinderte e.V. Duisburg", ob Mehmet Kesgin nicht mal eine Trainingseinheit in Duisburg-Neumühl absolvieren könnte mit den Behinderten, sagte der Walsumer Trainer sofort zu. Es war ein herrlicher Tag mit glänzenden Kinderaugen. Unvergesslich.

Hoher Besuch im Driesenbusch bei der 10. Duisburger Stadtmeisterschaft im Oktober 2008. Der Walsumer Landtagsabgeordnete Sören Link, der Bezirksleiter der IGBCE Duisburg, Friedhelm Hundertmark und der Duisburger Kandidat der SPD für das Amt des Oberbürgermeisters, Jürgen C. Brand und die Ratsmitglieder Ilonka Frese, Georg Berner und Detlef Frese wohnten den Kämpfen bei.

"Fleiß zahlt sich aus"! So kann man den Beginn des Jahres 2009 beschreiben.

In der schönen Stadt Kempen wurde die Bezirksmeisterschaft am 14.+15. Februar ausgetragen. Hier hatte der WBC Duisburg tatsächlich dank fleißiger Trainingsarbeit, sieben Kandidaten im Seilgeviert. Die Trainer Kesgin, Neumann und Gonschorek hatten "ganze Arbeit" geleistet. Viel Edelmetall gab es für den Driesenbusch, WBC-Heimat. Nazmi Kurteschi, Elci Kemal, Vahdet Cukur, Kotur Dorde und Martin Golinki bekamen ihre Handschuhe "versilbert".

Aber Özbay Hakan und Benjamin Golig kehrten als umjubelte Meister zurück!

Hier war noch Geschäftsführerin Beate Bökels dabei, die aber kurz danach aus beruflichen Gründen diesen Posten aufgab. Seyit Cakir übernahm bis zur Wahl.

Unter Anwesenheit von Duisburg OB Adolf Sauerland stand der Driesenbusch im Zeichen der "Internationalen Woche gegen Rassismus"! Aus allen Landesverbänden kamen die Boxer. Sogar vom Bundesstützpunkt Heidelberg kamen die deutschen Meister Thomas Vahrenholt und Hamza Touba. Es wurde ein "Feuerwerk der fliegenden Fäuste". Der 28. März bleibt in guter Erinnerung.

Der Geist von Theo Gerritzen ist noch in den Köpfen, und so entscheidet sich der WBC-Vorstand dazu, ein Gedächtnisturnier zu veranstalten.

Vorsitzender Seyit Cakir sagt in ehrender Erinnerung, dass Theo eine "Legende in Duisburg und ein Vorbild für die Jugend" war So wird dann das Wochenende 16.+17. Mai 2009 dem Walsumer Vorbild gewidmet. Mustergültig wie immer die Halle und auch die Kämpfe. Hier zeigen auch die Damen in Trainingskämpfen, dass sie den Handschuhen nicht abgeneigt sind.

In aufopferungsvoller Kleinarbeit hatte der 1. Vorsitzende, Seyit Cakir, alle verfügbaren Presseartikel aus dem Leben des WBC den 500 Zuschauern in einer Riesenleinwand rund um die Halle präsentiert. Hier kamen Erinnerungen an die großen Zeiten der Walsumer Boxer auf, die auch bald wieder einstellen werden. Abgerundet wurde die Meisterschaft noch mit ukrainischen Boxern, die sich in der Sportschule Duisburg vorbereiteten und der mitgereisten Tanzgruppe. So hatte die 10 Duisburger Stadtmeisterschaft sogar internationalen Charakter.

Natürlich kann der WBC Duisburg "auch anders"!

Ein Sommerfest, ein Erinnerungsfest an alte Zeiten, ein Treffen aller Boxsportfreunde, so sollte und so war es im Jugendtreff am 26. Juni.

Nach der Sommerpause stand die 11. Duisburger Stadtmeisterschaft auf dem Plan. Nur weil der WBC Duisburg ein mustergültiger Ausrichtungsgarant ist, hat der Stadtsportbund dem Driesenbusch die Ausrichtung aufgetragen. Unter Leitung von Seyit Cakir uns seinem erfahrenen Team klappt es eben reibungslos. Leider konnte hier kein WBC-Boxer starten, da es keine passenden Gegner gab. Die Gewichts- oder Altersdifferenz war leider zu hoch. Trotzdem hat der 27. September das Jahr 2009 mit gutem Sport beim WBC beendet..

Walsumer Kurteschi sammelt Pokale!

Das Jahr 2010 war für den Kadetten der 66 Kilo-Klasse Nazme Kurteschi besonders erfolgreich. Die Trainer Kesgin, Neumann und Gonschorek hatten ihn top fit in alle anstehenden Meisterschaften geschickt und den "Weg nach oben" erfolgreich abgeschlossen. Zunächst wurde er Niederrhein-Meister, dann westdeutscher Vizemeister. So "vorgeformt" ging es dann zur Deutschen Meisterschaft 2010 nach Bad Blankenburg. In der U-17 Klasse 66 Kilo hatte er das Los gegen Jan Ualikhanov vom Land Sachsen gezogen. Eine lösbare Aufgabe, aber ein Nervenspiel, keine Konditionsfrage.

Der Walsumer Junge gab alles, was in Kopf und Fäusten war, aber in der dritten Runde war "die Batterie leer". Knapp 11:7 siegte der Sachse. Geärgert hat man sich beim WBC nicht viel. Nein, man war ist stolz darauf, nach 25 Jahren (Detlef Meyer) wieder mal einen Teilnehmer bei einer DM zu haben. Am Wochenende 25./26. September stand die 12. Duisburger Stadtmeisterschaft an. Wieder wurde der WBC Duisburg mit der Ausrichtung beauftragt. Die Erfahrung und Sicherheit solcher "Mammutveranstaltung" zahlt sich aus. Natürlich war wieder Nazme Kurteschi dabei, dessen Vater Nazif ja schon früher alle, außer den deutschen, Titel abgeräumt hatte und dann bis zum Erreichen der Altersgrenze in der Bundesliga für den BC Hückelhoven boxte.

Jetzt hatte er sich drei Kilo mehr angefuttert, startete also in der 69 Kilo-Klasse.

Aber seine ausgewogene Kondition, seine enorme Schlagkraft und seine Trainer im Rücken brachten ihm den Duisburger Titel ein. Auch an weiteren Veranstaltungen innerhalb des Verbandes hat sich der WBC Duisburg im Jahre 2010 beteiligt, ist also in allen Ringen präsent. Vorstand und Athleten sehen dem Jahr 2011 wohlwollend entgegen.

 

Chronik verfasser:   Kordowski, Bernhard